Zeit für ein Resümee der letzten 2 Jahre

Gott, wo ist die Zeit nur hin?

2 Jahre in denen ich mehr oder weniger online war. Ich habe euch auf Facebook und Instagram immer mitgenommen, allerdings ist hier auf dem Blog nicht ein privates Wort gefallen.

Klar, kam regelmäßig eine Rezension, aber das war es auch schon.

 

Also höchste Zeit für ein Update.

Ich habe lange gebraucht um diesen Text zu schreiben, denn immerhin waren es zwar Jahre mit unglaublich schönen Erlebnissen, aber auch Jahre, die für mich einfach mit die schlimmste Zeit in meinem Leben bedeuten.

Aber fangen wir von vorne an:

Im  März 2022 habe ich mein kleines Mädchen Lilly zur Welt gebracht. Das allerschönste überhaupt. Klar, ist es anstrengend, aber um nichts auf der Welt möchte ich dieses kleine, quirlige und wunderschöne Mädchen austauschen, welches mir auch manchmal die kleinen Teufelshörner zeigt.  Sie zeigt mir jeden Tag aufs Neue, das sie nun mein Lebensinhalt ist. Ich habe ihr so viel untergeordnet, was als Mama glaube ich vollkommen normal ist!?

Nicht nur sie lernt jeden Tag etwas neues, auch wir, ihre Eltern, lernen jeden Tag dazu. Mal kommt ein Zahn (Okay, 2 hat sie bei Geburt mitgeliefert), mal ist ein Knoten im Bauch, mal will sie ihren kleinen Dickkopf durchsetzen und mal will sie einfach nur kuscheln. All diese Bedürfnisse zu erkennen und zu stillen kann wirklich zu einer Lebensaufgabe werden. Aber immer mehr Selbstsicherheit auf beiden Seiten entspannt ungemein. Gerade jetzt wo sie läuft und ihre Umwelt mit allen Sinnen entdeckt, bin ich um Welten entspannter  als ganz am Anfang.

Jede Mama und jeder Papa kann sicherlich die Ängste, die augenscheinlich einfach mit Geburt „mitgeliefert“ werden, nachvollziehen. Mache ich alles richtig? Ist dem Kind zu kalt oder zu warm? Was ist, wenn mein Kind krank ist? Entwickelt es sich ordentlich? All das verunsichert. Aber wisst ihr was? All diese Ängste haben uns dazu gebracht zu wachsen, manchmal sogar über uns hinaus. Ganz so wie unsere Kleine. Also wächst nicht nur klein Lilly, sondern auch wir mit unseren Aufgaben und alltäglichen Herausforderungen.

All das macht mich ungemein Stolz und ich gewinne an Selbstvertrauen.

Mit der Geburt ging auch ein extremer Gewichtsverlust einher, viele von euch denken jetzt eventuell „jammern auf hohem Niveau“, aber auch das war echt nicht einfach. Innerhalb der ersten 3-4 Monate habe ich über 30Kg verloren und mir fehlte Zeitweise die Kraft um mein Kind überhaupt anzuheben. Es war schwer immer um Hilfe bitten zu müssen…

Die Ärzte haben mich deswegen auch von oben bis unten einmal „auseinander genommen“, da sie diese krasse Gewichtsabnahme nicht als normal empfunden haben. Ich war Dauermüde, wie eben schon erwähnt hatte ich keine Kraft und war zum Teil Überfordert.

Gefunden wurde nichts und seitdem laufe ich statt mit Größe 46/48 mit 36/38 durchs Leben. Ich fühle mich auch damit nicht so sonderlich wohl, aber es kommt halt nix mehr drauf, egal was ich esse.

Diese wundervolle Zeit des Kennenlernens, wurde bei uns leider durch die dunkelste Zeit meines Lebens beendet.

Erst musste ich im September 2022 meinen geliebten Hund Jimmy gehen lassen. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Vor Lilly, war er mein ein und alles. Mein erstes Kind sozusagen. Wir haben so viel erlebt.

Er war so ein richtiges „Mama Kind“.

War ich alleine Unterwegs, so hat er immer brav auf dem Balkon oder direkt hinter der Wohnungstür gewartet. War ich einige Tage unterwegs, so hat er nicht gefressen bis ich wieder da war (Gott, ist meine Mama in der Zeit immer verzweifelt). War ich krank, so ist er nicht von meiner Seite gewichen, genauso die komplette Schwangerschaft. Lilly fand er furchtbar suspekt. So ein kleines Wesen, was solch einen Lärm macht und er stand nicht mehr an erster Stelle. Wie ein kleiner Prinz der vom Thron gestoßen wurde. Lilly wurde größer und im August hat er sich das erste Mal, ganz vorsichtig an sie herangetraut.  Mein Wunsch, dass meine Lilly mit ihm aufwächst wurde leider nicht erhört.

Ich habe ihn auf seinem letzten Weg begleitet, das war ich ihm einfach schuldig. Mir brach das Herz und die Trauer ist noch immer da, denn er war mein Seelenhund, mein ein und alles, mein kleiner Zwergnase.

 

Und wenn man glaubt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her…

 

Dieses Lichtlein hat uns allerdings übersprungen oder brachte noch mehr Trauer.

Eine Allumfassende Trauer, eine Trauer, die eigentlich niemand erleben will und doch wissen wir alle, das wir sie erleben werden.

Kurz vor Weihnachten 2022 haben wir ganz plötzlich unsere Mama verloren.

Die Welt stand für uns alle Still.

Nichts ging mehr, keiner wusste so wirklich wo unten und wo oben ist. Wir haben nur noch funktioniert, anders kann man das nicht nennen. Egal wie alt man ist, eine Mama zu verlieren ist das schlimmste was man erleben kann. Nie wieder kann man um Rat fragen, nie wieder das Lachen oder schimpfen hören, nie wieder sieht man sein Kind mit der Oma und nie wieder wird man ihr Essen essen. Manchmal sind es die kleinen Dinge.

Ich sitze gerade hier mit Tränen in den Augen und frage mich, warum all das, was geschehen ist ,noch nicht genug war!?

Nein, das Schicksal meinte es anders…

Nicht nur, das ich 2 Tage nach dem Tod meiner Mama erfahren habe, das mich der Vermieter schnellstmöglich aus der Wohnung haben wollte (Ich habe mich bis zum Schluss um sie gekümmert und wir haben zusammengewohnt), nein, knapp 3 Monate später haben wir auch noch unseren Papa verloren.

„Warum!?“ habe ich mich immer wieder gefragt

Warum, bekommen wir all diesen ganzen Mist mit einem mal ab, bzw. so kurz hintereinander. Den einen Verlust kaum verarbeitet, kommt gleich die nächste Keule…

Bei Papa war das alles ja so halb vorhersehbar, immerhin hat er schon Jahrelang mit dieser Erkrankung gelebt und hat gegen sie gekämpft, aber das es dann doch so schnell nach Mama war!? Ich glaube es hat ihm einfach das Herz gebrochen, das sie vor ihm gegangen ist.

Sein letztes großes Versprechen hat er gehalten: Er wollte unbedingt Lillys ersten Geburtstag miterleben. Auch wenn es anders war als geplant, so hat er sein Versprechen gehalten.

Die Tage und Wochen zogen ins Land und ich habe wie eine wahnsinnige nach einer passenden Wohnung gesucht, aber hier etwas zu finden, was noch bezahlbar ist, ist wie ein Sechser im Lotto.

Am 01.08.2023 musste ich aus unserer Wohnung raus sein…

Einen Tag nach meinem 36sten Geburtstag (Gott, ich sehe schon die 40 winken), bekam ich dann endlich eine Zusage. Zwar nicht im gewünschten Stadtteil, aber immer noch besser als mit der kleinen auf der Straße zu sitzen.

Der Umzug fand dann Ende Juli 2023 statt. Es war ein absoluter Kraftakt, sowohl physisch, als auch psychisch. Immerhin musste ich mein Elternhaus verlassen. Mein Zuhause und ich kannte als Wohnung nur das. All meine Kindheitserinnerungen, all die wundervollen Zeiten, all die schwereren Zeiten, einfach alles was mich in den letzten 34 Jahren begleitet hat (so lange haben wir dort gewohnt)

Dieses Haus war die einzige Konstante in meinem Leben. Wenn auch sonst nicht alles glatt lief, aber das war einfach das, was schon immer da war und eigentlich immer bleiben sollte. Aber wie so oft, schreibt das Leben seine eigenen Geschichten.

Es kam wie es kommen musste, alles hat sich am zweiten Tag nach dem Umzug entladen und ich hatte einen kompletten psychischen Zusammenbruch. Ich wusste nicht, wie ich mich um mich selbst kümmern soll, geschweige denn um meine Kleine. Das Umzugschaos war einfach dieses kleine bisschen was das Fass bei mir zum Überlaufen gebracht hat.

Mein Mann hat uns dann erstmal aus dieser ganzen Situation raus genommen, auch wenn es für einige nicht verständlich war. Ich glaube genau diese Menschen haben noch nie mit jemandem zu tun gehabt, der eben depressiv ist. Ja, ich nehme keine Medikamente, aber ein depressiver Mensch, kann immer wieder einen Zusammenbruch haben. Die Krankheit ist behandelbar, ja, aber sie verschwindet nie.

Man lernt mit ihr zu leben, man lernt damit umzugehen und man lernt Strategien um einen Zusammenbruch zu verhindern, aber auch diese scheitern, wenn es einfach zu viel ist.

Wahrscheinlich denkt jetzt auch der ein oder andere,” wow, ist doch genug Zeit gewesen für alles!”

Nope! Man überlege: All das innerhalb von  10 Monaten + die Wohnung ausräumen (man glaubt gar nicht was sich so in 34 Jahren ansammelt) + die kleine + das Umzugschaos + renovieren der neuen Wohnung.

Ich kenne niemanden, der all das einfach so wegstecken würde.

Viel haben wir bis Oktober geschafft und die Kehrtwende sollte kommen.

Die Frankfurter Buchmesse und meine Sandra haben mir mehrere Gründe gegeben wieder zu lächeln und aus tiefsten Herzen Lachen zu können. Es war so wunderschön! So einzigartig! So unglaublich herzlich! Aber auch anstrengend.

Mir wurde wieder einmal gezeigt, dass ich nicht nur von meinen Herzenzmenschen geliebt werde, sondern, das ich mein Herz nach all dem ganzen Mist (anders kann man es ja nicht nennen) wieder öffnen konnte und somit neue, wundervolle Bekanntschaften und sogar einige neue Freundschaften entstanden sind. Ja, ich habe meine Tochter vermisst, aber es war einfach dringend nötig, das ich mal wieder Zeit für mich hatte, an einem „fremden“ Ort, dafür aber mit wundervollen Menschen um mich.

Der Schlag kam nach der FBM: 5 Tage nach Messeende kam das womit ich nicht mehr gerechnet habe, ein positiver Corona Test. Also musste meine kleine noch im Urlaub bleiben, damit ich sie ja nicht anstecke. Für mich die Hölle, denn am Tag des positiven Tests, sollte sie eigentlich wieder nach Hause kommen. Ich musste dann noch eine Woche warten ehe ich meinen Sonnenschein wieder in die Arme schließen konnte.

Und wie es manchmal so ist: keine 14 Tage später gab es eine beginnende Lungenentzündung. Wahrscheinlich hab ich einfach nicht genug ruhe gehalten während der Corona Infektion, denn körperlich ging es mir mehr als gut. Keinerlei Einschränkungen, keine heftigen schmerzen, nur ein kleiner Schnupfen… Antibiotika und gut war es mit der Lungenentzündung.

Pustekuchen:

Am 5.12. ging es mir Schlagartig so extrem schlecht, das gar nichts mehr ging. Schmerzen am ganzen Körper, extremes Fieber, Luftnot, zugeschwollener Hals,…

Ich musste ins Krankenhaus!

Antibiotikum, Kortison und viel, viel Ruhe. Bei Entlassung ging es mir schon wesentlich besser und ich dachte der Spuk sei vorbei. 2x Corona in so kurzer Zeit + irgendwas anderes, reicht dann auch!

Seither liege ich mit genau den gleichen Symptomen alle 14 Tage flach. Ein Antibiotikum nach dem anderen wurde probiert und kurzzeitig ging es mir dann auch besser.

Und nun?

Eine HNO Ärztin hat wohl endlich gefunden, was meinen Körper da so quält. Ich hoffe und bete, das das aktuelle Antibiotikum nun endlich dieses böse kleine Bakterium zerschossen hat und ich nun den Kopf frei bekomme um mich um meine Kleine, um mich und die (noch immer nicht fertige) Wohnung zu kümmern.

Zudem hoffe ich, das ich nun die Ruhe finde um mir abends auch einfach mal me-time zu gönnen, denn all das ist für sehr lange Zeit einfach zu kurz gekommen.

Außerdem sind wunderbare Projekte geplant (zu denen ich noch nichts sagen darf), die FBM ist auch ganz fest wieder eingeplant und auch im Juli sind ein paar Tage Urlaub geplant.

Wie ihr seht: es sind ein paar Sachen in der Pipeline und ich will meinen Kopf nicht in den Sand stecken. Ich habe Menschen um mich herum, die mich brauchen und für die ich gerne jede Art von Kampf aufnehme!

 

Ich hoffe ich hab euch mit diesem Artikel jetzt nicht allzu sehr verschreckt, aber ich musste es mir jetzt einfach von der Seele schreiben. All das ist Leben und meines ist nicht unbedingt das „heititei“ aus Insta, FB oder Tiktok. Aber das wahre Leben hält sich selten an ein Drehbuch!

 

Liebe Grüße

Katharina

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Ein Gedanke zu „Zeit für ein Resümee der letzten 2 Jahre“

  1. Liebe Katharina, du hattest es angerissen immer wieder mal auch etwas darüber geschrieben, es jetzt so geballt zu lesen was du in den letzten Jahren durchmachen musstest , tut mir unsagbar leid für dich! Ich wünsche dir Kraft und Gesundheit, immer eine Schulter oder ein Ohr was für dich da ist. Und hoffe sehr dass wir uns in Frankfurt dann wieder treffen!
    Sabrina

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